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730 Stunden

Wenn Sie wissen wollen wie wir die letzten 730 Stunden sehen, welche Risiken aber vor allem welche Chancen die aktuellen Entwicklungen in Wirtschaft und Politik bieten, können Sie hier nachlesen wie wir die Weltwirtschaft sehen.

August 2010

Da ist er ja, der Aufschwung! 

Es war für viele von uns wirklich überraschend. Da gab es eine Banken- und später Wirtschaftskrise, und der Verbraucher hat sie einfach weitgehend ignoriert.

 

Das Krisengerede, der diversen realen und an die Wand gemalten problematischen Szenarien, hat den nichtbetroffenen Konsument wohl abgestumpft. Er wollte es scheinbar einfach nicht mehr hören, wie schlecht es ihm gehe…

 

Diesem Verhalten, insbesondere auf dem deutschen Binnenmarkt, haben wir es zu einem geringen Teil zu verdanken, dass nun die Nachfrage auch bei einigen Produzenten angekommen ist.

 

Der entscheidende Punkt in diesem Szenario kommt allerdings von weit her. Eine der Branchen, die zuerst, und am heftigsten getroffen wurde, hatte zunächst nichts mit dem stoischen Verhalten der deutschen und europäischen Verbraucher zu tun.

 

So erlebte insbesondere die Maschinenbaubranche, gerade in Deutschland, mit voller Wucht die Stornos im industriellen Investitionsgeschäft. Auch in China und Indien sollten die alten Maschinen noch eine Weile weiter laufen und die Beschaffung von neuen wurde zunächst zurück gestellt.

 

Dieser Stöpsel ist nun wieder raus aus der Flasche, und umso durstiger wird nun der Investitionsstau abgesaugt.

 

Hier haben die Verantwortungsträger in Deutschland aus Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft eine ideale Voraussetzung geschaffen, aus der Poolposition zu starten.

 

Das ist gut für uns und gut für den gesamten europäischen Binnenmarkt.

 

Doch täuschen wir uns nicht. Ähnlich wie bei der Abwrackprämie wird sich auch dieser Investitionsstau nach und nach auflösen, und das Geschäft wieder abflachen, und dann?

 

Wir sollten dieser Entwicklung Raum geben, doch frühzeitig erkennen, wenn es Zeit wird, wieder einzuschwingen, um ein Überschwingen, auch in unseren Ansprüchen, zu vermeiden.

 

Institut für angewandte Wirtschaftspsychologie

Dr. Leopold K. Fara