730 Stunden
Wenn Sie wissen wollen wie wir die letzten 730 Stunden sehen, welche Risiken aber vor allem welche Chancen die aktuellen Entwicklungen in Wirtschaft und Politik bieten, können Sie hier nachlesen wie wir die Wechselwirkung zwischen intrinsischer und extrinsischer Weltwirtschaft sehen.
Februar 2012
Ist das Betriebssystem „Demokratie 1.2“ noch systemtauglich?
Folge 2.: Demokratisch legitimierte politische Systeme
In dieser und den nächsten Folgen unserer Reihe betrachten wir analytisch das Betriebssystem „Demokratie 1.2“. Woher kommt es? Wie stellt es sich derzeit dar? Die SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Bedrohungs-Analyse) steht dabei im Mittelpunkt.
Der Fokus auf die demokratische legitimierten Systeme zeigt neben den Stärken der Demokratie unzählige grundlegende Schwächen auf, und das nicht erst in unserer Zeit. Die Zukunft einer wahrhaft globalisierten Welt macht Änderungen unerlässlich und stellt zumal technische Möglichkeiten bereit (z.B. das Internet in seinen Spielarten, Daten, Information und Wissensbereitstellung, sowie Bild und Ton in online-Kommunikation, etc.), die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Diese technologische Entwicklung stellt auch für die Entwicklung unseres politischen und sozialen Zusammenlebens in der Welt ungeahnte Potentiale bereit. Diese Technologien bergen in ihrer Anwendung und Nutzung allerdings auch bisher ungekannte Gefahren, die weit über die Bespitzelung und Ausspähung der Bürger hinausgeht, die George Orwell mit seinem Essay auf das Jahr 1984 datiert hat und die nicht nur von staatlicher Seite aus eingesetzt werden, sondern auch von Unternehmen gegen Ihre Mitarbeiter und Kunden.
In der Betrachtung der politischen Betriebssysteme der Gegenwart und der Geschichte wird derzeit das demokratische System in allen seinen Erscheinungsformen, weithin als das am meisten akzeptierte charakterisiert.
Das Betriebssystem „Demokratie 1.0“
Zurückgehend auf das erste (gemäßigte) Demokratie der Weltgeschichte nach den Solonischen Reformen von 594/93 v.Chr. in Athen wird es geschützt, bewahrt und immer wieder infrage gestellt und missbraucht. Denn die Unterschiede der sich demokratisch nennenden Systeme sind wohl zu differenzieren. Manches Regierungssystem zieht sich gern das demokratische Mäntelchen über, doch darunter schlummert nicht selten der absolutistische Wolf im demokratisch angefärbten Schafspelz.
Gemeinnutz soll vor Eigennutz gehen und die Stärke des Rechts anstelle des Faustrechts des Stärkeren treten. Die Macht eines einzelnen, sich majestätisch gebenden Diktators mit seiner Administration schwindet vor der Macht des Volkes. „Wir sind das Volk!“ skandierten dereinst die Leipziger und erzwangen die friedliche Revolution in der sich demokratische nennenden Republik in Deutschland. Die Bürger haben sich also ein Recht durch die Macht ihrer Präsenz erkämpft und ihre Wahl mit den Füßen und nicht mit dem Stimmzettel getroffen gegen Entmündigung, Bespitzelung und Einschränkung der individuellen Freiheit.
Dr. Leopold Fara


